Fight Fucking Fortress Europe! Evacuate Moria! (Redebeitrag bei der Mahnwache zur sofortigen Evakuierung der griechischen Flüchtlingslager)

Während in Deutschland Tag ein Tag aus die Rede von Solidarität ist, wird ein Scheiß darauf gegeben, was sich gerade an den Grenzen Europas abspielt. Unsere Wut ist kaum in Worte zu fassen. Das Fass ist schon lange übergelaufen. Evakuiert Moria. Öffnet die Grenzen. Schafft sichere Fluchtwege. Jetzt.
Während Deutschland nicht mehr aus dem solidarischen Klatschen kommt, sieht das für die schon immer nach außen Gedrängten, die nie in die Rechnung einbezogen wurden, deren Platz in der Wertschöpfungskette der des Lückenfüllens ist, ganz anders aus. Wer dazu gehört, wird anhand des Passes bestimmt. Für sie stehen nicht nur Rechte, sondern auch das Leben zur Disposition. Continue reading

Pressemitteilung: Corona und Protest gegen den 1.000-Kreuze-Marsch

*Die Gruppe Eklat hält besondere Vorsicht für Notwendig

*Kein Raum für Sexismus bleibt weiterhin wichtige Maßgabe

Die Gruppe Eklat Münster, die bundesweit zu Protesten gegen den „1000-Kreuze-Marsch“ in Münster mobilisiert hat, nimmt die Gefahr, die die Verbreitung des Virus Covid-19 darstellt, äußerst ernst. Die Eindämmungsstrategie “Flatten the Curve”, die das Ziel verfolgt, die Ausbreitung von Viren zu verlangsamen um das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren und die damit verbundene kritische Einstellung gegenüber sozialen Zusammenkünfte größerer Gruppen, sind der Gruppe bekannt und dienen als Orientierung. Besondere Vorsicht ist gerade aus Solidarität mit Menschen, die zu Risikogruppen zählen, der Gruppe Eklat wichtig und wird gerade in der Planung der Gegenaktionen rund um den 1.000-Kreuze-Marsch berücksichtigt.

 

Die Großdemonstration vom „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung Münster“, die für den 21.3 vorgesehen war, ist abgesagt. Laut aktuellem Stand ist eine Absage des „1000-Kreuze-Marsches“ durch die Organisatoren jedoch noch nicht bekannt. „Aus Solidarität mit Menschen, die von sexistischen Anfeindungen durch Fundamentalisten betroffen sind, und mit den Ärztinnen und Ärzten, die Ziel ihrer Hetze sind, möchten wir den Aufmarsch der Fundamentalisten weiterhin nicht unwidersprochen zulassen“, meint Judith Beifuß, Pressesprecherin von Eklat. „Wir halten an der Strategie des ‘Non-Platformings’ fest: Keinen Raum für Sexisten, Rassisten und Rechtsextreme“, so Beifuß weiter. „Uns ist bewusst, dass sich die Lage in den kommenden Tagen noch ändern kann. Wir werden unsere Pläne entsprechend anpassen und Änderungen sofort transparent machen”, so Beifuß abschließend. Ob und wie die Gegendemonstration stattfindet, wird zeitnah auf allen Social-Media-Kanälen der Gruppe veröffentlicht werden.

mit freundlichen Grüßen

Judith Beifuß
Pressesprecherin Eklat Münster

„Feminists Fight Back“ Mobi-Jingle gegen den 1.000 Kreuze Marsch

Ihr findet den Beitrag auch bei uns auf Soundcloud hier

Nicht schon wieder
Am 21. März 2020 findet der 1.000-Kreuze-Marsch in Münster statt!

Unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ stolzieren christliche Fundamentalist*innen, Ultrakonservative, knallharte Abtreibungsgegner*innen, Faschist*innen und Burschenschaftler seit (zu) vielen Jahren selbstbewusst durch die Münsteraner Innenstadt. Mit ihrer als „Gebets- und Trauermarsch“ getarnten Demonstration wollen sie nicht nur gegen das Selbstbestimmungsrecht schwangerer Menschen hetzen.
Die unerträgliche Leier ist bekannt. Sie propagieren reaktionäre Vorstellungen von Geschlecht, Sexualität und Familienleben. Queere Identitäten werden abgelehnt, Homosexualität und alle Formen des Begehrens abseits der heterosexuellen Zweierbeziehung verachtet. Sex solle vor allem der Fortpflanzung dienen und nur in der Ehe stattfinden. Damit sind sie eine Wichtige Komponente des antifeministischen Rollbacks und des rechten Kulturkampfes

Gegen diese alte Scheiße stellen wir uns mit aller Entschlossenheit – Feminists Fight Back.

Kommt zur Vorabenddemo „Feminists fight back“ am 20.03.2020 um 19 Uhr (Münster Hauptbahnhof) und am Tag drauf in den feministisch- antifaschistischen Block auf der Großdemo gegen den 1000 Kreuze Marsch in Münster um 13.30 Uhr (Münster Hauptbahnhof).

oder auf unseren SocialMedia Kanälen via @eklat_ms

 

Eklat Münster goes …umsGanze! (*)

„Dass wir heute unseren Beitritt ins kommunistische Bündnis UmsGanze verkünden können, ist alles andere als eine spontane Entscheidung.

Lange Reflektionsrunden, Auseinandersetzung mit Theorie, Debatten und die Frage, was der Beitritt am Ende des Tages für unsere politische Praxis bedeutet: Alles ist dabei gewesen und mit Sicherheit nichts davon abgeschlossen.

Wir freuen uns sehr, jetzt für diesen weiteren Schritt bereit zu sein.
Wir haben es schon immer gesagt: “Es geht um nichts weniger als alles”. In Zukunft heißt es noch deutlicher: es geht “Ums Ganze”!

Die Ganze alte und neue Scheiße in dieser zutief Irrationalen Welt kann sich warm anziehen. Wir werden angreifen.“

                                                              – Eklat im März 2020

*Eine ausführliche Beitrittsserklärung und die Konsequenzen für unsere Politik in Münster werden noch folgen

Unsere Wut und unsere Trauer nach dem Anschlag in Hanau – Migrantifa jetzt!

Say their names. Die Namen der Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau. In Gedenken an Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi, Fatih Saraçoğlu.

Als Kommentar zum Anschlag in Hanau möchten wir die Antira-Aktivistin Newroz Duman von We’ll come united sprechen lassen: Dissens Podcast mit Newroz Duman

 

(Es ist möglich für die Familien der Opfer von Hanau zu spenden: hier)

Proteste gegen AfD-Neujahrsempfang. Nachbetrachtung.

[via NIKA NRW]

Am 07.02.2020 schlossen sich in Münster erneut über 10.000 Menschen den Protesten gegen den Neujahrsempfang der Alternative für Deutschland (AfD) an. Auch die Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“ (NIKA) rief zu den Protesten auf.

Es ging uns heute nicht nur darum, unseren Protest gegen die geistigen Brandstifter der AfD auf die Straße zu tragen, sondern auch im besonderen Maße auf jene aufmerksam zu machen, die sich den Faschist*innen der AfD als Steigbügelhalter anbieten.

Ganz Münster blockiert die AfD.

Das Konzept des Tages ging auf. An allen Ausgängen des Rathauses fanden Blockaden statt. In einer spontanen Dynamik schlossen sich Tausende der insgesammt 10 000 Demonstrierende unterschiedlichsten Alters und Hintergrund den Blockaden an. Zum Teil gingen die Kundgebungen von selbst in Blockaden über. Diese sorgten dafür, dass keine Gäste des Neujahrsempfangs störungsfrei zu ihrer Veranstaltung kamen. Viele geladene Gäste wurden sogar komplett an einer Teilnahme gehindert. Die Kampagne “Nationalismus ist keine Alternative” rief im Vorhinein gemeinsam mit Ende Gelände Münster und Seebrücke Münster zur Teilnahme an der Kundgebung an der Klemensstraße/ Stadthaus 1 auf.

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Solidarität mit den Aufständigen im Iran! Nieder mit der „Islamischen Republik“

Am 1.2 um 14.00 wird es in Münster eine Kundgebung in Solidarität mit den Protesten im Iran geben. Wir rufen dazu auf, hinzugehen und Solidarität zu zeigen!

foto: via Odak e.V.

Hier wollen wir einige Ausführungenzur Einordnung der Proteste und der Verhältnisse im Iran anbieten. 

1. Eine Flugschrift zu den Protesten fasst die Entwicklungen der letzten Wochen zusammen: „Während die Auswärtigen Ämter der Deutschen und Briten die „Islamische Republik“ für ihre Ehrlichkeit loben, die „versehentliche“ Tötung von 176 Flugpassagieren eingestanden zu haben, trafen sich zunächst Studierende der Amirkabir Universität in Teheran, um den Getöteten zu gedenken. Aus dem Gedenken wurde ein Protest, der sich noch am selben Abend über weitere Teile Teherans sowie auf andere Städte ausgeweitet hat. Die „Armee der Wächter der Islamischen Revolution“ (kurzum: die Sepah) wird als zentrales Staatsracket ausgemacht: „Wir wollen kein Regime der Sepah!“ und „Soleimani ist ein Mörder und sein Führer (Ali Khamenei) auch!“ Entgegen dem Gerücht, Continue reading

אנחנו זוכרים / #WeRemember

 

Wir Gedenken der Opfer der Shoah, des deutschen antisemitsichen Vernichtungswahns. 

Auschwitz kann nicht begriffen, nicht rationalisiert werden. Der 27.1 ist daher ein Tag des Schweigens und des Gedenkens.

Und doch darf Auschwitz nicht als Betriebsunfall betrachtet werden. Auschwitz kam nicht aus dem nichts und kann auch nicht einfach als die eklatanteste Zuspitzung der Dialektik der Aufklärung und der dem bürgerlich-kapitalistischen Normalzustand eigenen Gewalt verstanden werden – etwa in einer einfachen Kontinuität zur schrecklichen kolonialer Lager- und Genozidspolitik.  

Mit Joachim Bruhn ist der Nationalsozialismus und die davon untrennbare antisemitische Massenvernichtung als aus dem Kapitalverhältnis „doppelt entsprungenes“ zu betrachten. Auf der einen Seite steht er schon in Kontinuität zur ins Wahn treibende, Kränkungen und pathische Projektionen erzeugende Irrationalität und Gewalt kapitaler Vergesellschaftung, die in sich immer schon antisemitisch ist. Auf der anderen Seite stellte der Nationalsozialismus eine „negative Aufhebung“ bürgerlicher Gesellschaft auf ihrer eigenen Grundlage: Der Übergang ins offene Wahn der im elminatorischen Antisemitismus zusammengeschweisten „Volksgemeinschaft“, die die Synthese im Wert und Staat ersetzen und auf die Krise, die das Kapitalverhältnis ist, antworten soll. 

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Kurzresümee zu den Protesten gegen den Kreisparteitag der AfD in Münster

Am vergangenen Samstag hielten die geistigen Brandstifter*innen der AfD ihren Kreisparteitag in Münster ab. Auf Facebook veröffentlichte der Sprecher der AfD Münster, Martin Schiller, Fotos vom Parteitag, der überwiegend leere Sitzplätze zeigte. Wie desolat der Zustand der AfD Münster tatsächlich ist, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt noch Spekulation.

Sicher ist aber, dass die ständige antifaschistische Interventionspolitik Wirkung zeigt. Und wir werden auch weiterhin dafür sorgen, dass die Faschist*innen in Münster keinen Fuß auf den Boden bekommen.

Der Parteitag der Unerträglichen wurde auch am vergangenen Samstag von unserem entschlossenen Protest begleitet. Dem Aufruf des „Kein Meter den Nazis Münster“ schlossen sich knapp 2000 Antifaschist*innen an. Gemeinsam zogen wir nach der Kundgebung in einer entschlossenen Demonstration durch Münster zum Büro der AfD im Südviertel.

Alles in Allem war der vergangene Samstag ein kräftiges Warm-up für Anfang Februar, wo wir den Faschist*innen erneut ihren Neujahrsempfang crashen werden.

Auf in ein Jahrzehnt in dem Faschist*innen endlich wieder Angst kriegen.
Let’s Push things Forward.